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Warum Grischa Prömel Zidane spielen muss

Union spielt in der ersten Runde des DFB-Pokal in Jena, gewinnt 4-2, und gibt ein bisschen Aufschluss über die Entwicklung der Mannschaft.

DFB-Pokal Spiele sind keine Vorbereitungsspiele. Jedenfalls nicht für Zweitligisten, für die sie nicht wie Bundesligisten, nach den ersten Ligaspielen liegen. Und jedenfalls nicht, wenn man gegen einen sportlich mindestens halbwegs ernst zu nehmenden Gegner antritt, den man nicht mit ungefähr 9-1 schlagen wird. Aber trotzdem bieten sie Spielraum für Experimente an. Auch wenn Urs Fischer diesen Raum nur vorsichtig genutzt hat, bietet die Partie seiner Mannschaft im Schatten der Kernberge auch und vor allem Gelegenheit, etwas über die weitere Entwicklung der Mannschaft zu lernen. Wir gehen auf drei solche Dinge ein.

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Feature oder Bug

Union-Aue

Spieltag 1, 4. August: 1. FC Union 1 - 0 FC Erzgebirge Aue. Die Aufstellungen zu Beginn: Aue auch unter seinem neuen Trainer Daniel Meyer wie gewohnt mit Dreierkette, Union im 433 mit vier Neuzugängen.

Wenn eine Mannschaft, wie Union gerade, mit neuem Trainer und einigen neuen Spielern in eine Saison geht, stellt sich bei allen beobchteten Eigenheiten die Frage, ob es sich dabei um echte Merkmale der neuen Ordnung handelt, oder um Artefakte, die in der Arbeit der kommenden Wochen noch angepasst werden (sollen). Das 1-0 zum Auftakt gegen Aue zeigt sicher beides, aber gibt noch keine sicheren Antworten, was was ist.

Gleich in seinem ersten Spiel machte Urs Fischer eine Erfahrung, die für Union Trainer der letzten knapp 10 Jahre essentiell ist: Dass es irgendwann, früher oder später, die verlässlichste Handlungsoption ist, Micha Parensen aufzustellen. In diesem Spiel wurde er Lars Dietz als Partner für Marvin Friedrich in der Innenverteidigung vorgezogen, und spielte so verlässlich, wie man es sich erhoffen würde.

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"Ehrlich gesagt scheiß egal"

Dresden-Union

Spieltag 34, 13. Mai 2018: SG Dynamo Dresden 0 - 1 Union. Die Aufstellungen zu Beginn: Union muss auf Dennis Daube verzichten und auf den fast aussortierten Marcel Hartel zurückgreifen, Hedlund wird Hosiner als Spitze vorgezogen, Kurzweg behält seinen Startelfplatz statt .

"Ehrlich gesagt ist mir das Spiel heute scheiß egal." Das waren die ersten Worte von Dynamos Trainer Uwe Neuhaus nach der Partie. Er meinte damit, dass ihm und seiner Mannschaft vor allem wichtig war, an diesem Tag nicht abzusteigen. Dass diese Maxime über allem stand, was Dynamo an diesem Tag spielte, war in den 90 Minuten ebenso deutlich, wie dass Union ohne den Druck der wirklichen Katastrophe am Ende einer 'katastrophalen Saison' (Toni Leistner) die Intensität fehlte, die noch das Spiel gegen Bochum geprägt hatte.

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Intensitätssieg

Union-Bochum

Spieltag 33, 07. Mai 2018: 1. FC Union 3 - 1 VfL Bochum. Die Aufstellungen zu Beginn: Union tauscht vier Spieler und auf sechs Positionen, überraschend ist vor allem, dass Peter Kurzweg zum ersten Mal leistungsbezogen den Vortritt vor Kristian Pedersen erhält.

Union gewinnt ein Spiel gegen Bochum, vor dem nicht viel für die Eisernen sprach, trotzdem, weil sie die formstärkste Mannschaft der Liga mit Intensität dominieren - aber nach vielen ungenutzten Chancen auch Glück haben, dass Tore fallen, für deren Zustandekommen es keinen Grund gibt.

Auf Taktik fokussierten Beobachtern von Fußball wird gern vorgeworfen, alle anderen Faktoren, die beeinflussen, wie gut eine Mannschaft Fußball spielt oder wie eine Partie ausgeht, zu ignorieren. Das stimmt (wenigstens in dieser Allgemeinheit) aus mehreren Gründen nicht. Erstens, weil über eine Sache zu reden nicht impliziert, dass es über nichts anderes etwas zu sagen gibt. Und zweitens, weil viele solcher Analysen gern zugestehen, dass auch anderes in einem Spiel und für die Leistung einer Mannschaft wichtig ist, als in welcher Formation sie aufläuft oder welche Laufwege ihr vorgegeben werden.

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Das Schlimmste ist, was funktioniert hat

D98-Union

Spieltag 32, 28. April: Darmstadt 3 - 1 Union. Die Aufstellungen zu Beginn: Diesmal ist Marvin Friedrich der Verteidiger, der im Mittelfeld aufgeboten wird. Grischa Prömel ist nicht fit genug für die Startelf, Akaki Gogia und Kenny Prince Redondo fangen nach guten Joker-Einsätzen an.

Union verliert 3-1 (3-0) in Darmstadt und nutzt damit die Chance, sich endgültig aus dem Abstiegskampf zu verabschieden, um das Gegenteil zu tun. Gegen die Mannschaft, die so sehr wie keine andere für Anti-Fußball steht, verabschiedet sich Trainer André Hofschneider endgültig von allen spielerischen Lösungen - ohne andere zu finden.

Unions Geheim-Training in dieser Woche machte sich insofern bezahlt, als tatsächlich wohl niemand mit der Aufstellung gerechnet hatte, mit der André Hofschneider in dieses Spiel ging. Zurück im 4231 spielte Marvin Friedrich im defensiven Mittelfeld neben Stephan Fürstner, Akaki Gogia und Kenny Prince Redondo flankierten Simon Hedlund auf der Zehn und Steven Skrzybski als Sturmspitze.

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Trostloses Unentschieden

Union-Aue

Spieltag 26, 11. März: 1. FC Union 0 - 0 FC Erzgebirge Aue. Die Aufstellungen zu Beginn. Leistner spielt erneut nicht, Parensens Abwesenheit wird mit einem Wechesel zurück zum 433 kompensiert

Wenn ein Spiel zwischen professionellen Fußballern Beobachtern unglaublich schlecht vorkommt und sie meinen, niemand könne mehr einen Pass spielen, könnte das daran liegen, dass alle das Fußballspielen verlernt haben.

Oder daran, dass die Herangehensweise beider Mannschaften eine zerfahrene Konstellation erzeugt, in der niemand gut aussieht.

An diesem Sonntag war eher letzteres der Fall. Union und Aue neutralisieren sich über weite Strecken - beide Mannschaften haben aber auch durchaus Glück, nicht für einen Fehler ihrer Fehler mit einer Niederlage bestraft zu werden.

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Angepasst aber nicht Andauernd

Der 1. FC Union geht mit einer weiteren Niederlage und auf Platz 5-7 in die Winterpause - und das trotz eines besseren Spiels gegen Ingolstädter, an die André Hofschneider seine Mannschaft interessant anpasst.

Union

Spieltag 18, 15. Dezember: 1. FC Union 1 - 2 FC Ingolstadt 04. Statt Daube spielt bei Union Fürstner auf der Sechs, Hartel kommt für Gogia in die Mannschaft und spiel zentral offensiv im Mittelfeld, Skrzybski rückt dafür nach rechts.

Während Hofschneider im zweiten Spiel seiner zweiten Amtszeit die Grundformation in Ballbesitz beibehielt (dabei allerdings zwei personelle Änderungen vornahm), gab es eine gänzlich neue Variante im Spiel gegen den Ball.

Um Stefan Leitls Ingolstädter Mannschaft daran zu hindern, das Spiel wie gewohnt über die Außenverteidiger zu eröffnen ließ sich Sebastian Polter auf den linken Flügel fallen, wenn Ingolstadts Innenverteidigung in Ballbesitz war. Dort verstellte er den Passweg zwischen dem rechtem Innenverteidiger, Marvin Matip, und Rechtsverteidiger Levels. Gleiches tat auf der anderen Seite Skrzybski, der die Verbindung zwischen Wahl und Gaus kappte. Aus dieser Ausgangsposition ging Union nur in ein aktives (Angriffs)pressing, wenn Ingolstadt zu langsame Pässe zwischen den Innenverteidigern spielte.

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Verkehrte Welt

Mit einer denkbar knappen 4-1 Niederlage scheidet der 1. FC Union in Leverkusen in der zweiten Pokalrunde aus - nach einer noch ausgeglicheneren Partie als vor einem Jahr in Dortmund in der die Mannschaften scheinbar fast die Rollen tauschen, aber wieder irgendwie mit drei Toren weniger als der Bundesligist.

Parensen

Michael Parensen hatte einige spektakuläre und produktive Ballgewinne; Photo: Dean Mouhtaropoulos, Bongarts, Getty Images.

Während Union von Beginn an sichtlich bemüht war, schnell und aggressiv Druck auf ballführende Leverkusener auszuüben, zog sich Jens Kellers Mannschaft nach den ersten Minuten im Spiel gegen den Ball etwas weiter zurück als üblich. Im nun gespielten Mittelfeldpressing zeigte sich die umformierte Mannschaft allerdings in einigen Situationen auch in einer veränderten Pressingformation, in der Philipp Hosiner regelmäßig als vereinzelte Pressingspitze (geschickt und effektiv) agierte. Statt neben ihm in vorderster Linie die Innenverteidigung anzulaufen, blieb Damir Kreilach im Mittelfeld und bemühte sich gemeinsam mit Dennis Daube, Anspielstationen im zentralen Mittelfeld zuzustellen, während hinter den beiden Stephan Fürstner den Zehnerraum abzusichern versuchte.

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Abhängige Variablen

Mit einem mühevollen 1-2 nach Verlängerung kommt der 1. FC Union in Völklingen gegen Saarbrücken in die zweite Pokalrunde, ohne zu überzeugen.

Grundausrichtung

Union begann mit fast komplett neuem Personal, aber der gleichen Grundordnung wie (über weite Strecken) in den beiden Ligaspielen zuvor. Das heißt, dass Union auch gegen den Regionalligisten aus dem Saarland und sein 532 mit einer Doppelsechs auftrat, die nun aus den Reservisten Fürstner und Prömel bestand.

Es stellte sich heraus, dass diese Anordnung nicht etwa zu defensiv war, sondern es ihr im Gegenteil an defensiver Stabilität fehlte. Denn Union bekam vor allem Saarbrückens zentrales Mittelfeld mit Martin Dausch lange nicht unter Kontrolle.

Saarbrücken-Union

DFB Pokal Runde 1, 13. August, FC Saarbrücken 1 - 2 Union: Nur Trimmel und die drei offensiven Mittelfeldspieler werden nicht ausgetauscht.

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Nicht gut genug

Union verliert in Braunschweig verdient das Spiel und die Chance auf den Aufstieg.

Grundausrichtung

In Abwesenheit von Polter und Skrzybski entschied sich Jens Keller, wie zu erwarten, dafür, zum 433 zurückzukehren. Hedlund auf rechts und Redondo auf links besetzten die Flügel linear, Hosiner das Sturmzentrum mit ausweichenden Bewegungen ins offensive Mittelfeld.

Union

Die Aufstellung zu Beginn

Dagegen stellte Torsten Lieberknecht eine Mannschaft, die stark darauf fokussiert war, das Mittelfeld nach tiefen Ballgewinnen schnell zu überbrücken. Nominell spielte man dazu in ein 4132-Rautensystem, indem die Spieler an den Seiten der Raute aber eher die Flügel als die Halbräume im Mittelfeld besetzten.

Expected goals Verlauf

Die Abfolge der Torchancen. Braunschweig war das gesamte Spiel über gefährlicher, und kam nach der roten Karte zu vielen Abschlüssen. Erklärung der Graphiken

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Lücken schließen

Am frühen Abend spielt der 1. FC Union Berlin gegen den SV Sandhausen und muss gewinnen, um die Chance auf den Aufstieg zu wahren und die Lücke zu den Kontrahenten bis zu deren Spielen zu schließen. Auch taktisch stellen sich dabei interessante Fragen, die wir in der Liveanalyse behandeln.

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Enttäuschendes Zweitligaspitzenspiel

Mal was anderes als Union: Die Spielverlagerung Analyse zu Eintracht Braunschweig 1 - SG Dynamo Dresden 0

In einem etwas enttäuschenden Spiel zwischen zwei Mannschaften aus der Zweitliga-Spitzengruppe gewinnt Braunschweig glücklich, während es Dresden mit einer unnötigen Niederlage nicht gelingt, sich ins Aufstiegsrennen einzumischen.

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Satzball

Ein zu passives Union verliert 2-0 in Hannover und vergibt einen Satzball im Aufstiegsrennen. Recommended reading zu der Partie: die Analyse von Niemals allein

H96-Union

Die Aufstellung zu Beginn. Fürstner wird von Daube ersetzt, Pedersen kehrt in die Mannschaft zurück. Bei 96 beginnt Hübner statt Anton.

Der Hang zur Analyse ist nach Niederlagen wie dieser für Union in Hannover wohl immer stärker als nach Siegen. Dabei gilt es, sich zuerst darüber klar zu werden, was eigentlich analysiert und erklärt werden soll.

In einem ausgeglichenen Spiel mit sehr wenigen Höhepunkten, von dem man statistisch erwarten würde, dass es in 60% der Fälle unentschieden ausgeht, hatte Hannover kleine Vorteile in den herausgespielten Torgelegenheiten.

Zu erklären ist also, warum Union keine aktivere Herangehensweise gewählt hat, und warum es nach dem Rückstand für eine gute halbe Stunde nicht in der Lage war, daran etwas zu ändern und Chancen zu kreieren.

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