Von Regen, Hagel und der Traufe

Fürth - Union

Spieltag 28, 1. April 2018: Spielvereinigung Greuther Fürth 2 - 1 Union. Die Aufstellungen zu Beginn: Jakob Busk kommt zurück ins Tor, Lennard Maloney statt des verletzten Torrejón zu seinem Pflichtspieldebüt. Den ebenfalls verletzten Steven Skrzybski ersetzt der gerade rekonvaleszente, und später wieder verletzte, Simon Hedlund.

Mit einer 1-2 Niederlage in Fürth fällt Union in den Maelstrom der unteren Tabellenhälfte, spielt dabei aber nicht nur schlecht.

Fürth war von Beginn an darauf aus, zu nutzen, was auch Union den Aussagen aller Spieler nach offensichtlich als ihre wesentliche Stärke ausgemacht hatte: Konter eingeleitet von Gjasula (der phantastisch ist) und ausgespielt über Green und Narey. Dazu spielte Fürth zunächst ein Mittelfeldpressing, das Unions Dreierkette im Aufbau viel Platz lies - den Platz eben, in den hinein man nach Ballgewinnnen kontern wollte.

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Wenig Distanz: 11mm

Peter

Nationalspielerin und Jurymitglied Babett Peter, Photo: Stefanie Fiebrig

Gestern Abend ging mit der traditionellen Kurzfilm-Kuration 'Shortkicks' die 15. Ausgabe des 11mm Fußball-Film-Festivals zu Ende. Wir werfen ein paar Schlaglichter darauf, was in den letzten Tagen im Kino Babylon zu sehen war.

Den Preis für den besten Kurzfilm des Abends verlieh eine Jury am Ende des Abends ungefähr im Modus des Eurovision Song Contest. Zu dieser Jury gehörten mit den den Fußballern Bernhard Dietz, Babett Peter und Mitchell Weiser auch Menschen, die sich dank einer launigen Moderation als nicht die allergrößten Cineasten dieser Welt herausstellten. (Das gilt ebenso und noch mehr für Maximilian Arnold, der vom Festival Partner VFL Wolfsburg als Schirmherr für das Nachwuchs-Festival im Herbst delegiert wurde.) Insofern war es beruhigend, dass der richtige Film den Preis des Abends gewann: die szenische, dramatische Kurzdokumentation 'En la Boca', die in ungeschminkten Bildern eine Familie porträtiert, die im Schatten des Boca-Juniors Stadions La Bonbonera versucht, sich mit dem unlizensierten Verkauf von Bier und echten und gefälschten Tickets über Wasser zu halten.

Am Ende eines Festivals werden überhaupt gern Preise vergeben. So auch hier: Der Publikumspreis ging in einem Akt des Widerstands gegen die aktuellen Realitäten an einen Film über eine erfolgreiche Saison des 1. FC Köln ('Das Double 1977/78). 'Men in the Arena' von JR Biersmith ist ein passender Gewinner des Jury-Wettbewerbs dieser Ausgabe von 11mm - auch wenn dieser Wettbewerb ebenso wenig das A und O des Festivals ist, wie Tabellen und Pokale in wenigen seiner Filme im Mittelpunkt stehen. Aber der Film über Somalia, die Fußballer des ostafrikanischen Landes und vor allem die beiden jungen, hoffnungsvollen, aber situativ verzweifelten Spieler Sa'ad und Saadiq erzählt Geschichten die unter den (in Mogadischu und den anderen Orten Somalias allzu deutlichen) Zeichen von Zerstörung durch Krieg, Bürgerkrieg und terreur stehen, und damit eine der negativen Wendungen des Festival-Leitmotivs 'Fußball und Macht' aufzeigen. Der Film dokumentiert aber auch, wie Somalis in Sa'ads und Sadiqs Generation versuchen, ihr Land wieder aufzubauen.

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Störung im Bertriebsablauf

Weil am Samstagvormittag die Deutsche Bahn so wenige Verbindungen zwischen Leipzig und Berlin herstellen konnte wie schlechte Ballbesitzmannschaften zwischen Abwehr und Mittelfeld konnte Eiserne Ketten nicht beim Spiel zwischen Union und Jahn Regensburg sein und fällt die Analyse der Partie aus. Wir bitten um Entschuldigung, normal service will resume nach der Länderspielpause.

Union-Jahn

Spieltag 27, 17. März: 1. FC Union 2 - 2 SSV Jahn Regensburg. Eine volle Analyse entfällt leider, Regensburg folgte der angekündigten Strategie mit vielen Flanken. Union setzte wieder auf Leistner und kombinierte stellenweise gut, aber inkonstant.

Trostloses Unentschieden

Union-Aue

Spieltag 26, 11. März: 1. FC Union 0 - 0 FC Erzgebirge Aue. Die Aufstellungen zu Beginn. Leistner spielt erneut nicht, Parensens Abwesenheit wird mit einem Wechesel zurück zum 433 kompensiert

Wenn ein Spiel zwischen professionellen Fußballern Beobachtern unglaublich schlecht vorkommt und sie meinen, niemand könne mehr einen Pass spielen, könnte das daran liegen, dass alle das Fußballspielen verlernt haben.

Oder daran, dass die Herangehensweise beider Mannschaften eine zerfahrene Konstellation erzeugt, in der niemand gut aussieht.

An diesem Sonntag war eher letzteres der Fall. Union und Aue neutralisieren sich über weite Strecken - beide Mannschaften haben aber auch durchaus Glück, nicht für einen Fehler ihrer Fehler mit einer Niederlage bestraft zu werden.

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Gute Tore, Schlechte Tore

Lautern-Union

Spieltag 25, 2. März: 1. FC Kaiserslautern 4 - 3 Union. Die Aufstellungen zu Beginn, mit einer neu besetzten Dreierkettenformation von Union

Was will man an so einem Spiel analysieren?

Einem Spiel, in dem selbst die schönen Tore Luftlöcher als Vorbereitung hatten? Einem Spiel, das unterbrochen wurde, um Schnee von den Spielfeldrändern zu räumen, sodass man wenn schon keine Pass-, dann zumindest Auslinien sieht? Einem Spiel, das schließlich mit Mesenhölers katastrophalem Fehlpass durch einen Moment entschieden wurde, dessen Zustandekommen keine Analyse erklären kann. Einem Spiel, das Zuschauer mit parteiischem Interesse an Union erst zwischen Ungläubigkeit und Trotz schwanken ließ und dann - wegen Sebastian Polters Achillessehnenriss - schon bald viel weniger interessierte?

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Warum hat Kiel aufgehört, Spiele zu gewinnen?

Kiel 17-18

Kiels Stammformation nach der Verletzung von Christopher Lenz und der Verpflichtung von Bergh.

Nach einem (für die meisten Beobachter) überraschend guten ersten Saisondrittel hat Aufsteiger Holstein Kiel nun seit 11 Spielen nicht mehr gewonnen. Warum?

Am 5. November gewann Holstein mit Toren von Duksch, Lewerenz und Schindler 3-0 gegen Dresden. Dieser Sieg war zwar im Ergebnis und den Chancen, die sich beide Mannschaften erspielten, deutlicher als die Balance des Spiels nahegelegt hätte, versinnbildlichte aber Kiels Saison bis dato. Mit sieben Punkten Vorsprung auf den Vierten lag die Mannschaft von Markus Anfang auf Platz Zwei, hatte das beste Torverhältnis der Liga und mit Abstand die meisten Tore erzielt.

Seitdem hat Kiel keines seiner elf Spiele gewonnen. Zwar ist man immer noch Dritter, weil nur drei der elf sieglosen Spiele Niederlagen waren und außer Nürnberg (das genau symmetrisch zu Kiel seitdem nicht mehr verloren hat) niemand konstant gut war. Aber trotzdem ist Kiels anhaltende Ergebnis-? Form-? Schein-? Krise eine der Geschichten dieser Saison. Warum kam es dazu? Spielt Kiel deutlich schlechter als zuvor? Hat der Rest der Liga das System der 'Störche' entschlüsselt und erfolgreich konterkariert? Oder haben die Norddeutschen nur Pech?

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Kalte Fusion

Union-SVS

Spieltag 24, 24.Februar: 1. FC Union 2 - 1 SV Sandhausen. Die Aufstellungen zu Beginn: Felix Kroos steht wieder zur Verfügung, Marcel Hartel spielt statt Gogia - dafür rückt Hedlund wieder ins Zentrum

Bei eisigem Sonnenschein geht Union gegen Sandhausen früh in Führung, kontrolliert das Spiel aber nicht, das deshalb noch einmal spannend wird.

Ließ die Aufstellung - mit Torrejón, Leistner und Parensen - zunächst vermuten, dass Union auch nach der Leistung in Braunschweig an der Dreierkette festhalten würde, wurde beim Blick auf Geschehen schnell klar, dass Parensen in Wirklichkeit neben Felix Kroos im defensiven Mittelfeld spielte. Mehr oder sicherer Spielaufbau war damit aber nicht verbunden. Stattdessen wurde Union gefährlich - und schoss Union Tore - wenn Bälle direkt in die Spitze auf Skrzybski gespielt wurden, der eine starke Einzelleistung zeigte. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit staffelte Sandhausen seine Defensive öfter mit einer Dreierkette (indem Linksverteidiger Knipping einrückte), die diese Situationen besser verteidigen konnte.

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"Ich will kommen und spielen"

Eroll Union

Zejnullahu hat zwischen 2013 und 2017 insgesamt 68 Spiele für Union gemacht; Photo: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Eroll Zejnullahu ist der letzte Union-Nachwuchsspieler, dem es gelang, sich in der Profimannschaft zu etablieren - zeitweise, denn in der Amtszeit von Jens Keller spielte er keine Rolle mehr. Im Interview mit Eiserne Ketten spricht er darüber, wie er in dieser Saison nun beim SV Sandhausen - dem aktuellen Tabellenvierten, der am Wochenende in Berlin gastiert - eine Gelegenheit sucht, das zu tun, was er am liebsten macht: Fußball spielen.

Eiserne Ketten: Zuerst, wie geht es dir? Im Spiel gegen Braunschweig vor zwei Wochen hast du dich nach wenigen Minuten schwerer am Knie verletzt. Wie ist die Prognose?

Eroll Zejnullahu: Die Verletzung ist nicht so schlimm wie zuerst befürchtet. Es ist eine Faser des Außenband gerissen. Wir reden aber auf keinen Fall von Monaten, sondern eher von Wochen für die ich ausfalle. Ich gehen von ein bis zwei, maximal drei Wochen aus.

Tut es besonders weh, beide Spiele gegen Union in dieser Saison verletzt zu verpassen?

Ich wäre beim Hinspiel sehr gern dabei gewesen, und jetzt beim Rückspiel natürlich auch. Es ist immer etwas schönes, gegen seine alten Mannschaftskollegen zu spielen - ich hätte mich sehr darauf gefreut.

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