And now, the continuation

Dass die Analyse zu diesem 1-1 des FC Union auswärts beim VfL Bochum recht spät kommt, liegt zum einen daran, dass ich in dieser Woche nach einer horrenden Länderspielpause nicht wirklich auf Fußball gestimmt war; und ist zum anderem dem Umstand geschuldet, dass es vor allem aus Unioner Sicht in diesem Spiel wenig neues gab.

Grundordnung

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An Unions Aufstellung änderte sich wenig: nur Trimmel muss Kessel weichen.

Stattdessen präsentierte Sascha Lewandowskis Mannschaft erneut in einem asymmetrischen 352 mit Stephan Fürstner und Eroll Zejnullahu als Sechser Paar hinter Damir Kreilach auf einer Position zwischen Acht und Zehn sowie den Kapitänen Maxi Thiel und Benjamin Kessel als höherem beziehungsweise tieferem Läufern auf den Außenbahnen.

Diese Ordnung spiegelte in gewisser Weise die der Heimmannschaft aus Bochum, die in einem 442 mit Hang zum 433 antrat. Dabei spielte Peniel Mlapa auf links als zweiter Stürmer neben Simon Terrode, kam dabei aber aus tieferen Positionen als der frühere Unioner. Auf der rechten Seite spielte Arvydas Novikovas (sehr auffällig) eine entschieden offensive Rolle, und agierte so als Angreifer, schaltete sich aber auch im Mittelfeld oft in Kombinationen ein.

Ergänzt wurde diese Asymmetrie in der Interpretation der Rolle der offensiven Flügel durch die der Bochumer Außenverteidiger. Im Aufbauspiel postierte sich Perthel auf links sehr hoch, während Celozzi mit den Innverteidigern eine Dreierkette bildete (hin und wieder unterstützt durch abkippende Sechser).

Unions Defensivstrategie

In der Pressekonferenz nach dem Spiel zeigte sich Lewandowski zufrieden mit der taktischen Ordnung seiner Mannschaft in der Defensive, und machte Schwächen im Zweikampfverhalten für das Entstehen Bochumer Chancen verantwortlich. Das stimmte insofern, als Unions kompakte Ordnung es den Bochumer zentralen Offensivspielern schwer machte, und vor allem Terrode kaum im Spiel war. Außerdem gelangen Wood und Skrzybski in ihren gelegentlichen Versuchen aggressiveren Pressings einige vielversprechende Balleroberungen, vor allem wenn in höherem Mittelfeldpressing auf Bochums Sechser. Andererseits bestanden auch deutliche strukturelle Probleme.

Auf Unions rechter Seite orientierte sich Kessel oft am, wie gesagt hoch stehenden, Perthel. Dies öffnete recht große Räume für den dynamischen Mlapa, in denen er Geschwindigkeit aufnehmen konnte. Auf der anderen Seite entstand ein ähnlicher Effekt durch Thiels ohnehin offensivere Ausrichtung. Novikovas konnte so einige Male mit Tempo in Dribblings gegen Michael Parensen - ein aus Unions Sicht entschieden suboptimales Duell, das Parensen individuell recht gut löste.

Der stabilisierende Effekt von Lewandowskis Umstellung der letzten Wochen zeigte sich nun aber erneut darin, dass aus Bochums Feldüberlegenheit dank Unions massiver Strafraumverteidigung wenig klare Chancen entstanden.

Patt

Gleiches galt aber auch für die Offensivbemühungen der Eiserenen. Das 1-1 viel in Folge einer Standartsituation auf sehr erratische Weise, und war neben Steven Skrzybskis Chance direkt im Anschluss daran die einzige wirklich gefährliche Szene in der ersten Halbzeit. Viele herausgespielte Gelegenheiten gab es auch in der zweiten Hälfte nicht.

Stattdessen fühlte sich das Spiel wie ein Abnutzungsduell an, in dem beide Mannschaften vereinzelte Durchbrüche erzielen, aber keine das Spiel dominieren konnte. Mit solchen Spielen, für die ein Unentschieden ein angebrachtes Ergebnis, ein Sieg aber durchaus möglich wäre, ist man bei Union derzeit wohl zufrieden.

Szene des Spiels

Nach gut 24 Minuten ließ Micha Parensen Simon Terrode schick aussteigen, bevor Toni Leistner unter Druck schön Damir Kreilach fand und einen der besseren Angriffe Unions einleitete. In einem Spiel ohne viele Höhepunkte zwei willkomene Momente von Pressingresistenz.

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