Ein Teil unserer Spielweise könnte sie verunsichern

Union fährt mit einem 5-0 gegen Kaiserslautern einen Pflichtsieg auf sehr überzeugende Weise ein, weil taktische und tabellarische Gegebenheiten mit dem Spielverlauf zu einem Lauterer worst case zusammen kommen.

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Skrzybski traf zwar auch (etwas glücklich), war aber vor allem im Pressing wertvoll; Photo: Hupe/unionfoto

Im Vergleich zur Niederlage in Sandhausen rotierte Jens Keller in etwa wieder zur bisherigen Stammelf zurück, in der aber Grischa Prömel zum ersten Mal an Stelle von Damir Kreilach auflief, dessen Position der Neuzugang aus Karlsruhe auch einnahm, Felix Kroos war also der tiefste Mittelfeldspieler.

Kaiserslauterns Interimstrainerduo aus Nachwuchstrainer Manfred Baum und Exspieler Alexander Bugera versuchte, sein forsches Programm in einem 4231 umzusetzen, in dem der ehemalige Union-Kapitän Benni Kessel zunächst für Philipp Mwene Platz machen musste.

Union-Lautern

Spieltag 8, 25.September: 1. FC Union 5 - 0 Kaiserslautern. Die Aufstellung zu Beginn, Lautern stellte ab der 35. Minute mit Kessels Einwechslung auf 532 um.

Mit Halfar als aufrückender Pressingspitze spielte Kaiserslautern ein orthodoxes 442 gegen den Ball. Anders als Union gelang es den Gästen dabei aber nicht, Unions Aufbauspiel in Zonen oder Situationen zu lenken, in denen sie Überzahl in Ballnähe hätten herstellen oder aussichtsreich in Zweikämpfe kommen können. Stattdessen konnte Union recht ungefährdet aufbauen, indem Felix Kroos neben die Innenverteidiger zurückfiel, da es Lautern dann oft nicht gelang, den verbleibenden Sechser Prömel oder den sich fallen lassenden Hartel als Anspielstation zu versperren. Alternativ konnte sich die Viererkette Unions in den Situationen, in denen sie einmal unter Druck geriet, relativ sicher sein, dass der Ball nach langen Befreiungsschlägen in Ballbesitz bleiben würde. Dabei half Union auch der Spielstand, mit und bei dem man schon früh zufrieden sein konnte. So waren nicht genutzte Ballbesitzphasen weniger schmerzhaft für die Heimmannschaft als etwa in Phasen des Spiels gegen Bielefeld.

Union war in eigenem Ballbesitz also zwar durchaus produktiv, aber nicht immer sicher. Entschieden wurde das Spiel aber in Union Pressing, beziehungsweise Lauterns Anfälligkeit dafür. Dass beide zur Halbzeit identische Passerfolgsraten (74%) auswiesen, ist nicht wirklich ein Unentschieden, wenn sich das Spiel zu wesentlichen Teilen im Verteidigungsdrittel einer Mannschaft stattfindet. Kaiserslautern wiederholt Bälle in Unions Pressing und ließ so große Chancen (und einige nicht ganz zu Ende gespielte Umschalt-Angriffe) zu.

Das hatte zum einen strukturellen Gründe. Den Gästen aus dem Tabellenkeller gelang es immer wieder nicht, die defensiven Halbräume, in den ihr Aufbauspiel stattfand, zu überladen - oder überhaupt zu besetzen. So spielten die Pfälzer aus der ersten Reihe heraus Pässe, die lange Wege zu überbrücken hatten und so anfällig dafür waren, abgefangen zu werden. Union provozierte das, in dem die Außenstürmer, wenn der Ball auf ihrer Seite war, zuerst die Außen-, dann die Innenverteidiger seitlich anliefen und so den Aufbau ins Zentrum lenkten, wo Union mit dem aufrückenden Prömel, Hartel und dem zweiten Außenstürmer in Überzahlsituationen und zu Balleroberungen kam.

Weil Union bei den Chancen, die so entstanden, jedes Abschlusspech ausglich, dass es vielleicht in einigen der Spiele bisher in dieser Saison hatte, war das Spiel nach 25 Minuten als Wettkampf beendet. In der Folge demonstrierte Union neben dem Pressing seine zweite große Stärke: vor allem Hedlund, aber auch Skrzybski, sprinteten immer wieder in den Halbräumen in die Tiefe. Auch wenn der Schwede dabei in seinen Aktionen etwas unglücklich war, zeigte er deutlich, wie effektiv (in welcher Weise und welchem Maß) er sein kann.

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Hedlund zeigte immer wieder seine Stärke als Zielpunkt vertikaler Kombinationen; Photo: Hupe/unionfoto

Danach passierten zwar noch taktische Dinge. Kaiserslautern stellte nach 35 Minuten auf 532 um, Kessel kam für den jungen Fechner, der individuell nicht schlecht gespielt hatte, als Halbverteidiger, Atik und Halfar rückten neben Moritz ins Mittelfeld zurück. Der FCK hatte nun mehr Präsenz im eigenen Sechserraum und verlor dort weniger Bälle. Die Art der Umschaltaktionen, aus denen Union nun zu Abschlüssen kam, war nun eine andere als in der Anfangsphase. Ballgewinne fanden nun am Ende Lauterer Angriffsversuche im eigenen Drittel statt, Räume, die danach bespielt wurden konnten, fand Union über die Außenverteidiger auf den Flügel im mittleren Drittel. Von dort wurden allerdings weiterhin die Außenstürmer mit den bereits erwähnten Läufen in die Tiefe gesucht.

Szene des Spiels

Die Sekunden nach dem 1-0, als Polter den Anpfiff als Startschuss zum erneuten Pressing nahm, in dem Union binnen 7 Sekunden erneut den Ball erobert. Hedlund läuft in der Folge wie oben beschrieben an, Modica versucht Fechner anzuspielen, doch Skrzybski fängt diesen Pass ab. Unions Konter scheitert in diesem Moment einmal mit einem Fehlpass von Hartel.

vgwort

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