Kalte Fusion

Union-SVS

Spieltag 24, 24.Februar: 1. FC Union 2 - 1 SV Sandhausen. Die Aufstellungen zu Beginn: Felix Kroos steht wieder zur Verfügung, Marcel Hartel spielt statt Gogia - dafür rückt Hedlund wieder ins Zentrum

Bei eisigem Sonnenschein geht Union gegen Sandhausen früh in Führung, kontrolliert das Spiel aber nicht, das deshalb noch einmal spannend wird.

Ließ die Aufstellung - mit Torrejón, Leistner und Parensen - zunächst vermuten, dass Union auch nach der Leistung in Braunschweig an der Dreierkette festhalten würde, wurde beim Blick auf Geschehen schnell klar, dass Parensen in Wirklichkeit neben Felix Kroos im defensiven Mittelfeld spielte. Mehr oder sicherer Spielaufbau war damit aber nicht verbunden. Stattdessen wurde Union gefährlich - und schoss Union Tore - wenn Bälle direkt in die Spitze auf Skrzybski gespielt wurden, der eine starke Einzelleistung zeigte. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit staffelte Sandhausen seine Defensive öfter mit einer Dreierkette (indem Linksverteidiger Knipping einrückte), die diese Situationen besser verteidigen konnte.

Dass es Union nicht stabil gelang, mit Kombinationen das Mittelfeld zu erreichen oder zu durchspielen, lag zum einen an Sandhausens 442 Pressing. Dessen (mangelnde) Intensität monierte Trainer Kenan Kocak nach dem Spiel zwar. Doch auch das etwas zögerliche Anlaufen von Sukuta Pasu und Förster reichte aus, Parensen und Kroos oft zuzustellen. So versuchte Union zwar gelegentlich, das Spiel mit Kurzpässen aufzubauen, kam damit aber meist nur zu Pässen zwischen Mesenhöler, Torrejón und Leistner und musste, weiter unter Druck gesetzt, schließlich doch lange Bälle spielen - wenn sie das nicht aus freien Stücken ohnehin taten.

Neben Sandhausens Pressing trug dazu aber auch das Positionsspiel der Doppelsechs bei. Parensen und Kroos ließen in wiederholt insbesondere den rechten defensiven Halbraum unbesetzt. So spielte sich gerade Kroos in einigen Situationen im Mittelfeld fest, während der Innenverteidigung eine Station auf der anderen Seite des Mittelfelds fehlte, über die das Spiel hätte verlagert werden können.

Weiter vorn hätte die Konzentration auf eine Seite dagegen eher hilfreich sein können. Mit Hartel, der nominell auf dem linken Flügel spielte, kam auch das 4231/433 zurück, in dem Union schon unter Keller gern offensive Halbräume mit dem Flügelstürmer und dem zentralen offensiven Mittelfeldspieler überlud. Versuche dazu gab es in diesem Spiel wieder zu sehen, im Zug dieser Bewegungen tauschten Hedlund und Hartel situationsweise auch ihre Positionen. Den Angriffen, bei denen Union im offensiven Mittelfeld an den Ball kam fehlten aber ebenso wie manchen Kontern in der zweiten Halbzeit passende Laufwege in die Spitze, um effektiv zu werden. Gerade Hedlund verzögerte einige Sprints unpassend.

Mit der Schlussphase, in der es noch mehr unvorbereitete lange Bälle gab und dem unvollständigen Ballbesitzspiel stellte das Spiel trotz des Sieges so etwas wie eine Fusion von Kellers und Hofschneiders Ansätzen in dieser Saison dar.

Szene des Spiels

Skrzybski Tor

Steven Skrzybski - neben Pedersen bester Union Spieler - setzt sich vor seinem Tor durch, Photo: Football & Wildlife Media / Union in English

Steven Skrzybskis Führungstreffer nach 4 Minuten, in dessen Entstehung beide Sechser je einmal den Ball eroberten und Skrzybski nach Parensens schnellem Umschalten und einem eigentlich-schon-abgefangenem Doppelpass mit Hedlund zu einem Tor kam, wie Union es in den letzten Wochen öfter gebraucht hätte, um mehr Spiele glanzlos zu gewinnen.

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