Aussicht

Was passiert in der ersten Halbserie im 51. Jahr des 1. FC Union? Hier die definitiv wahre Prognose.

Spielidee

Nach seiner ersten Vorbereitung mit der Mannschaft und fast zwei Monaten Zeit, ohne akuten Ergebnisdruck an der Mannschaft zu arbeiten, formt Sascha Lewandowski auf der gefestigten, aber eher konservativen Grundlage des letzten Abschnittes der Hinrunde einen Spielidee, die seinen eigentlichen Vorstellungen von Fußball näher kommt.

Mit wie ohne Ball sind alle Aktionen auf das gegnerische Tor bezogen: Der eigene Spielaufbau ist auf schnelle, technisch sauber durchgespielte Schnellangriffe angelegt. Gegen den Ball beginnt das Pressing am gegnerischen Strafraum und intensiviert sich an der Grenze zwischen mittlerem und vorderem Drittel, fokussiert auf Ballöne im Zehnerraum.

Um dies zu erreichen wird darauf geachtet, durchgehend Dreiecksstrukturen mit Ball einzunehmen, dies sich gegen den nicht auflösen, sondern um den Ort von Ballverlusten kontrahieren. Damit wird nicht nur die Zeit, die benötigt wird, um die Defensivordnung einzunehmen, verringert; sondern auch der umgekehrte Übergang zurück in den Angriff erleichtert. Beides steigert die Erfolgswahrscheinlichkeit der jeweiligen Aktionen.

Umsetzung

Okay, das klingt schön und gut - aber wie soll das gehen?

Die Grundlage bildet eine 433-haftige Anordnung. Darin legt Union einen leichten Schwerpunkt auf der rechten Seite im offensiven Mittelfeld, um Korte Kombinationen mit Wood und Skrzybski in Überzahl zu ermöglichen und die beiden letztgenannten zu Schüssen kommen zu lassen. Die Bewegungen in diese Kombinationen hinein machen Flanken schwer möglich - but that's not a bug, it's a feature. Ein wesentliches Stilmittel Unions ist ein Fokus auf qualitativ hochwertigen und wahrscheinlich erfolgreichen Abschlüssen - in anderen Worten, nicht hohen Flanken. Wenn nötig, zum Beispiel um in konteranfälligen Situationen ein retardierendes Moment zu erzwingen, können die Außenverteidiger außerdem weiterhin Flanken beitragen.

Mit aufrückenden Außenverteidigern und Außenstürmern, die sich in Richtung des Zentrums orientieren, bilden sich 2431-hafte Staffelungen, aus denen der auch der Achter noch in Abschlusspositionen aufrücken kann - besonders, wenn er Damir Kreilach ist.

Defensiv wird diese Spielweise abgesichert durch die etwas Richtung Zentrum rückenden Außenstürmer, die Zugriff im Gegenpressing ermöglichen. Ergeben sich daraus keine Ballgewinne, behält man die Dreiecksstaffelung im Mittelfeld bei und versucht damit, Angriffe auf die Seiten zu leiten. Das heißt das viel in der defensiven Effektivität auf die individuelle Leistung der Außenverteidiger ankommt. Während glücklicherweise Benjamin Kessel seine Fitness ebenso wiederfindet wie Fabian Schönheim seine Klasse.

Daraus ergibt sich allerdings das Problem, Redondo schlecht auf der linken Abwehrseite einsetzen zu können. Das wird gegen manche Gegner trotzdem möglich: Wenn das Pressing erfolgreich genug ist, wenige Duelle mit Dynamiknachteilen für Redondo entstehen zu lassen; und der linke Außenstürmer bereit und in der Lage ist, bis ins eigene Drittel defensiv zu arbeiten.

Ergebnisse

In einer Liga mit wenigen überdurchschnittlich gut aussengenden Mannschaften ist das Saisonziel sechster Platz - fünf Punkte und sieben Plätze entfernt - absolut in Reichweite. Für einen ernsthaften Angriff auf den Relegationsplatz sollte es in dieser Saison zu früh sein.

Oder

Alles passt noch nicht ganz zusammen, man spielt weiter mehr oder weniger wie bisher, und wird Siebter.

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