Inkrementelle Verbesserung

Nach einer guten ersten Hälfte verspielt Union mal wieder eine Führung und muss sich mit einem 1-1 Unentschieden zu Frieden geben. Weil sich weiterhin an der Ausrichtung nicht viel ändert fällt die Analyse dazu kurz aus.

Dafür möchte ich in den kommenden Wochen ein paar Anmerkungen zur Kaderzusammensetzung aus taktischer Sicht machen - quasi als Leitfaden für die Sinnhaftigkeit möglicher Köpenicker Bemühungen im kommenden Transferfenster.

Zum Spiel gegen Bielefeld also nur ein paar kürzere Notizen:

Lewandoski hält weiter an der Formation der letzten Wochen fest, ersetzt aber Puncec durch Trimmel.

Pressing und Anpassungen

Wie in den letzten Wochen presste Union mit Kreilach zwischen den Stürmern. Solange es 0-0 stand fand dieses Pressing recht hoch, aber variabel statt. Vereinzelt presste Union Szenen bis in den gegnerischen Fünfmeterraum aus.

Nachdem Benjamin Kessel das 1-0 erzielte (und Union in den kommenden Minuten einige weitere gefährliche Szenen hatte) zog man sich in ein sehr klares, tiefes 523 Mittelfeldpressing zurück.

Wie so oft in dieser Saison erhöhte sich dadurch die defensive Sicherheit aber nicht wirklich. Fünf Bielefelder hatten im Aufbau fünf bis zehn Meter Abstand zu den nächsten Union Spielern. Entsprechend hatten sie Gelegenheit, Bälle Richtung der offensiven Außen zu spielen. Diese waren nicht zwingend unmittelbar gefährlich, erhöhten aber das Grundrauschen in Unions Hälfte. Darin könnte einer der Gründe dafür liegen, dass Union in Führung ein Spiel erneut weniger dominierte als vor der selben.

Nach dem Ausgleich schaltete Union wieder um und schob erneut weiter nach vorn, mit folgerichtigem Erfolg in Form von Ballgewinnen und erzwungenen Fehlern.

Fortschritte

Gegen einen zugegebener Weise recht zurückhaltenden und auch individuell nicht gerade hochklassigen Gegner erspielte sich Union deutlich mehr Chancen als zuletzt, vor allem in der ersten Halbzeit.

Dazu trugen einerseits höhere Quoten gelungener Aktionen bei Spielern wie Eroll oder Bobby Wood bei; andererseits aber auch recht geringer Druck auf Unions Spiel im Mittelfeld; sowie gelungene Nachrückaktionen der Außen und zentralen Mittelfeldspieler, durch die mehr Optionen zum Abschluss von Angriffen aus guten (hohen ExpG) Positionen bereit standen.

All dies waren im Wesentlichen bessere Umsetzungen grundlegender Aspekte innerhalb des pragmatischen Ansatzes dieses Herbstes. Dass die Qualität dazu in der Mannschaft vorhanden ist, stimmt bei systematischer Weiterentwicklung optimistisch.

Szene des Spiels

Ein Angriff nach 36:20 AFTV Zeit, bei dem nach einem tiefen Ballgewinn schnell durch mehrere Dreiecke kombiniert wurde, auch wenn in diesem Fall der Durchbruch für eine echte Chance nicht gelang, der aber in anderen Szenen in dieser Phase zustande kam. So könnten erfolgsstabile Muster in der weiteren Entwicklung der Mannschaft aussehen.

Lobende Erwähnung muss auch Skrzybskis Hacken-Weiterleitung auf Thiel in einem Angriff kurz vor dem 1-1 finden, inklusive des anschließenden erfolgreichen Versuchs, das Gleichgewicht nicht zu verlieren.

Und natürlich Stephan Fürstners bildhübscher Schuss, mit der sinnbildlich guten Aktion von Eroll, der die Szene durch einen gewonnen Zweikampf und Pass einleitete.

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