Nebensache

Union gewinnt das inzwischen fünfte Heimspiel in Folge - die taktische Ausrichtung scheint dabei aber zwischenzeitlich eher nebensächlich.

Grundausrichtung

Wie aus den letzten Spielen unter Hofschneider bekannt, trat Union in einem 433 auf, in dem die Außenverteidiger ihre Position sehr offensiv interpretierten, Christopher Quiring erneut von Beginn an spielte und einmal mehr das Mittelfeldtrio umsortiert wurde.

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Zejnullahu kehrt in die Startelf zurück, in der sich auch Redondo findet.

6+8+10=?

Anders als auf Grundlage seiner letzten Einsätze zu erwarten gewesen wäre spielte Eroll Zejnullahu bei seiner Rückkehr auf der Acht, und nicht eine Position tiefer als Sechser. Dort kam stattdessen Dennis Daube zum Einsatz, in einer Rochade, die zeigt, dass Union weiter nach der richtigen Besetzung des Mittelfelds und einer Position für Daube sucht.

Die aktuelle Variante zeigte sich dabei in Licht und Schatten. Dass Eroll nicht die defensivste Position besetzte war wahrscheinlich sinnvoll: ihm war eine knapp vier Spiele lange Pause in zu langem Ballhalten und einigen unpräzisen Aktionen sowie teils unpassender Entscheidungsfindung anzumerken. So war etwas mehr defensive Absicherung ebenso förderlich wie größere Nähe zu den Offensivaktionen Unions, an denen Zejnullahu immer wieder beteiligt war (wenngleich auch im Abschluss noch nicht wieder zwingend genug).

Schwieriger war, dass in der Bestzung der Sechs mit Daube nicht alle diese Mechanismen tatsächlich funktionierten, und vor allem in der ersten Halbzeit der Braunschweig der eigene Zehnerraum oft ohne viele Hindernisse zur Verfügung stand. Das lag zum einen daran, dass die Unterstützung aus anderen Mannschaftsteilen in der Verteidigung dieser Räume hin und wieder fehlte. Zum anderen zeigten sich aber auch (verständliche und wenig überraschende) individuelle Schwächen von Daube als defensivem Mittelfeldspieler, der bei schnellen Angriffen überlaufen wurde und sich oft zu sehr am Geschehen in der Nähe des Balls als an offenen Räumen und Braunschweigern orientierte.

Offensiver Plan und defensive Folgen

Deutlich zu erkennen war in diesem Spiel, dass Union bemüht war, mit zu dem 433 System passenden Mitteln zu guten offensiven Momenten zu kommen: Kurzpasskombinationen mit Überladungen im Mittelfeld.

Dazu ließen sich die Außenstürmer, vor allem Brandy, immer wieder als zusätzliche Anspielstation ins Mittelfeld fallen, während gleichzeitig die Außenverteidiger in diese Räume aufrückten. So konnte Union Überzahlsituationen an der Schwelle zwischen Mittel- und Angriffsdrittel herstellen und diese in Kombinationen ausspielen, denen allerdings noch Anbindung an die Spitze und so Effektivität im Herausspielen von Torchancen fehlte.

Die Kehrseite dieses Ansatzes war, dass Union viel Personal in offensive Aktionen investierte, was zu Lasten der defensiven Absicherung derselben ging. Naturgemäß fiel dies vor allem an den Außenverteidigern auf, die sich schwer taten, ihre defensiven Pflichten zu erfüllen. Hinzu kam hier noch, dass Redondo und Kessel individuell schon stärkeres Zweikampfverhalten und Stellungsspiel gezeigt hat als an diesem Abend.

Szene des Spiels

Eigentlich natürlich die Einwechslung von Benni Köhler.

Für den beschränkten Horizont dieses Blogs: eine Kombination nach gut 21 Minuten, die in einer fast-Chance für Wood und einem optimistischen Schuss sowie, nach der anschließenden Ecke, einer Kopfballchance von Kreilach endete.

Post scriptum

Zuletzt noch eine Bitte um Entschuldigung für den ausgefallenen Eintrag zum Spiel in Duisburg - ich war im Urlaub, und konnte mich da nicht zu tiefer gehender Beschäftigung mit diesem Spiel aufraffen.

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