Vier Ringe, Zweite Runde

In einer Stadt, die ganz im Zeichen einer Subdivision eines global skandalbelasteten Automobilkonzerns steht beginnt die zweite Runde dieser Union Inkarnation in der zweiten Liga.

Epilog

Auch Spieler und Trainer bestätigen in Mixed Zone und Pressekonferenz, dass bei Union spielerisch noch Verbesserungspotential besteht, eine "mutigere" (Trimmel) Spielweise nach den ersten 20 Minuten aber geholfen habe, wenn schon nicht genauer, so doch zwingender zu spielen.

Ingolstadts Trainer Maik Walpurgis hob hervor, dass seine Mannschaft durchaus interessante Räume im Angriffsspiel gefunden habe, die letzten Pässe aber zu ungenau gewesen seien. Das stimmt insofern als es Ingolstadt gelang, Kutschke und Lezcano im Angriffsdrittel anzuspielen. Die beiden Stürmer wurden dabei aber in den meisten Situationen auf die Außen geleitet und hatten oft sowohl Außen- als auch Innenverteidiger vor sich. Von echten herausgespielten Chancen war Ingolstadt so eher zwei als einen Schritt entfernt. In einer nervösen Schlussphase war Unions Führung trotzdem akut gefährdet.

2. Halbzeit

Während Union weiterhin als einzige konstante, systematische Lösung im Offensivspiel auf lange Bälle und Ablagen von Sebastian Polter zurückgreifen konnte, reichten einige gute Momente vor allem von Hartel und Hedlund um genügend Chancen herauszuarbeiten, sich die 1-0 Führung zu verdienen.

In der Schlussphase spielten beide Teams sehr direkt, sodass Union das Spiel kaum beruhigen konnte. Stattdessen gab es viele nervöse Momente und vielleicht auch keinen ganz abwegigen Protest der Ingolstädter in der Nachspielzeit nach einem möglichen Foul an Lezcano.

In dieser Schlussphase fehlte allerdings oft auch nur wenig, um aus befreienden Aktionen gefährliche Konter für Union zu machen. Ingolstadt dagegen fand gegen einen immer tieferen Berliner Abwehrblock spielerisch wenig Durchbrüche in gefährliche Zonen.

1. Halbzeit

In einem typischen Auftaktspiel mit relativ vielen hektischen Aktionen sind die Spielanteile recht gleichmäßig verteilt, auch wenn Ingolstadt etwas öfter in sein Angriffsdrittel kommt als Union.

Bei den Köpenickern agieren Kroos und Kreilach eher wie eine Doppelsechs als eine Sechs-Acht Paarung. Der Unterschied zwischen den Rollen der beiden zentralen Mittelfeldspieler besteht vor allem darin, dass sich Kroos in Ballbesitz etwas tiefer anbietet. Trotzdem war er nur selten im Aufbau zwischen den Innenverteidigern zu sehen, Union bildet die Aufbaudreierkette aber dennoch - statt Kroos werden dabei hin und wieder die Außenverteidiger, insbesondere Trimmel rechts, einbezogen.

Überhaupt spielt Union recht flexibel in der Besetzung der Positionen im Aufbau, auch Hartel und Kroos tauschen gelegentlich die Räume, in denen sie sich anbieten. Hartel hatte zwar einige gute Aktionen mit technischen Lösungen in engen Situationen, aber es wurde noch nicht ganz deutlich, wie er auf der Zehn konstant eingebunden werden soll. In dieser Halbzeit geschah das vor allem nach Ablagen von Polter oder wenn Hartel sich in der Zentrale weiter nach hinten bewegte, Kombinationen mit Raumgewinn im Mittelfeld waren dagegen eher selten.

Schon in der Vorbereitung war zu sehen, dass diagonale Bälle aus der Abwehr auf die Flügelspieler zu den wesentlichen Mitteln in Unions Angriffsspiel gehören würden. Aus diesen Bällen auf Skrzybski und den insgesamt starken Hedlund entstanden einige der besseren Momente von Jens Kellers Mannschaft.

Unions Pressing fand in 4231 Staffelungen statt und war recht verhalten. Da Sebastian Polter als einzige Pressingspitze die Dreierkette Ingolstadts kaum hätte unter Druck setzen können war das folgerichtig, eine aggressivere Variante für den zweiten Durchgang wäre, Hedlund und Skrzybski weiter nach vorn zu ziehen und die Halbverteidiger der Gastgeber anlaufen zu lassen.

Ingolstadt konnte trotzdem mit dem Spielaufbau nicht allzu viel anfangen, da im Aufbau produktive Anspielstationen im Mittelfeld fehlten. Nicht besonders gute Passquoten der Innenverteidiger waren die Folge.

Der Erstligaabsteiger hatte vor allem in den ersten 20 Minuten die etwas besseren Offensivaktionen. Union brauchte diese Zeit, um sich auf die Rollenverteilung von Lezcano, der im Sturmzentrum spielt, und Kutschke, der halblinks etwas hinter ihm agiert, einzustellen. Beide wechseln dabei hin und wieder ebenfalls die Positionen und sind sichtlich bemüht, Laufduelle mit der nicht Sprintrekord verdächtigen Innenverteidigung Unions zu provozieren. Wenn solche Duelle entstanden, gelang es Unions Abwehr aber bisher, mit guten Aktionen in der Endverteidigung Geschwindigkeitsnachteile zu kompensieren.

Präambel

Der Sommer und die Vorbereitung auf diesen Saisonauftakt waren von ziemlich viel Konstanz und einem bisschen personeller Weiterentwicklung geprägt. In dieser Entwicklung schlägt Union keine neue Richtung ein, sondern hat vor allem für mehr Möglichkeiten gesorgt, in der aus der letzten Saison bekannten noch einen oder zwei Schritte weiter zu gehen.

Ingolstadt-Union

Spieltag 1, 29. Juli, FC Ingolstadt - 1. FC Union Berlin, die Aufstellungen zu Beginn

An der Transferbilanz, die hier zum Trainingsauftakt gezogen wurde, hat sich in der Zwischenzeit wenig geändert. Lediglich Christoph Schösswendtner wurde dem Kader als zusätzliche Option in der Innenverteidigung hinzugefügt, für die aber auch Toni Leistner noch immer zur Verfügung steht.

Die Testspiele haben auch wenig Anzeichen geliefert, dass sich an der strategischen Ausrichtung im Vergleich zur letzten Saison viel ändern wird. Allerdings ergeben sich durch Änderungen im Personal taktische Verschiebungen. Weil Marcel Hartel und Akaki Gogia (der heute aber verletzt fehlt) für die vorderste Position im Mittelfeldtrio vorgesehen sind, könnte Damir Kreilach eine Position weiter hinten zum Einsatz kommen. Dabei wird Spannend zu beobachten sein, welche Lücken der Kroate mit seinem dynamischen Spiel öffnet und schließt und ob Felix Kroos neben ihm defensiv nicht zu große Räume abdecken muss.

Was von Hartel, der in Ingolstadt auf der 10 spielen wird, zu erwarten ist, lässt sich nicht sehr leicht einschätzen. Der Neuzugang aus Köln hat noch nicht viel Bundesliga Fußball gespielt und ist vielseitig, ohne dass offensichtlich ist, welche herausragenden Qualitäten er hat.

vgwort

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