Von Regen, Hagel und der Traufe

Fürth - Union

Spieltag 28, 1. April 2018: Spielvereinigung Greuther Fürth 2 - 1 Union. Die Aufstellungen zu Beginn: Jakob Busk kommt zurück ins Tor, Lennard Maloney statt des verletzten Torrejón zu seinem Pflichtspieldebüt. Den ebenfalls verletzten Steven Skrzybski ersetzt der gerade rekonvaleszente, und später wieder verletzte, Simon Hedlund.

Mit einer 1-2 Niederlage in Fürth fällt Union in den Maelstrom der unteren Tabellenhälfte, spielt dabei aber nicht nur schlecht.

Fürth war von Beginn an darauf aus, zu nutzen, was auch Union den Aussagen aller Spieler nach offensichtlich als ihre wesentliche Stärke ausgemacht hatte: Konter eingeleitet von Gjasula (der phantastisch ist) und ausgespielt über Green und Narey. Dazu spielte Fürth zunächst ein Mittelfeldpressing, das Unions Dreierkette im Aufbau viel Platz lies - den Platz eben, in den hinein man nach Ballgewinnnen kontern wollte.

Angesichts dieser Herangehensweise Fürths war schwer zu verstehen, warum Felix Kroos immer wieder zwischen Marvin Friedrich (diesmal linker Innenverteidiger) und den linken Flügelverteidiger Kristian Pedersen zurückfiel. Erstens standen die Innenverteidiger unter keinem Druck, der eine weitere kurze, einfache Anspielstation nötig gemacht hätte. Zweitens schuf Kroos mit seiner Positionierung eine solche auch nicht, weil er oft mehr oder weniger genau in der Passlinie stand, in der auch Pedersen zu erreichen gewesen war. Drittens erhöhte sich der Fürther Pressingdruck dadurch eher noch, weil nun Pässe auf Kroos der Auslöser für aktives Eingreifen der Fürther Spitzen im Pressing war - und Kroos Position weniger abgesichert und näher an Unions Tor war als die Pedersens. Und vor allem, viertens, fiel es Union über Kroos nicht einfacher als aus der Innenverteidigung, den verbleibenden zentralen Mittelfeldspieler, Grischa Prömel, anzuspielen.

Mit diesem Problem im Aufbauspiel war Unions erfolgreichster Ansatz in der ersten Phase des Spiels (bis zum 1-0 nach einer Ecke und einem verlorenen Zweikampf von Pedersen gegen Roberto Hilbert), aus der Abwehr lange Bälle in den Lauf von Simon Hedlund zu spielen. Ich sage 'erfolgreichster,' aber nicht 'erfolgreich,' weil Hedlund diese Bälle wenn überhaupt, dann nur isoliert von Sturmpartner Philipp Hosiner annehmen konnte, und aus diesen Situationen keine Chancen entstanden.

Erst im letzten Drittel der ersten Halbzeit hatte Union gefährlichere Szenen: in kurzer Abfolge spielten Leistner, Kroos, Prömel und Daube gute Schnittstellenpässe aus dem Mittelfeld hinter Fürths Abwehr, an die Hedlund oder Hosiner aber je nicht rechtzeitig herankamen, um sie zu verarbeiten. Auch diese Situationen und der Ballbesitz im zentralen (offensiven) Mittelfeld, auf dem sie beruhen, folgte aber nicht aus deutlich verbessertem Spielaufbau. Öfter gewann Union den Ball nach langen Schlägen von Fürth und kombinierte dann schneller, als die Spielvereinigung gegenpressen konnte.

In der zweiten Halbzeit gelang es Union zunächst, das am Ende der ersten aufkommende Momentum beizubehalten. Mit etwas mehr Präsenz im Mittelfeld konnte André Hofschneiders Mannschaft eine Druckphase aufbauen, während der sich Fürth deutlich seltener wirklich befreien konnte. Dabei waren auch längere Ballbesitzphasen in den Angriffszonen hilfreich, wie etwa die vor der Ecke, mit der Union den Ausgleich erzielte. Doch diese Ausrichtung, oder Haltung, hielt nicht bis zum Ende. Je länger der Spielstand Unions Ansprüchen an das Spiel nicht genügte, während es also 1-1 stand, desto häufiger wurden frühe lange Bälle. Hatten diese in der ersten Halbzeit noch das Ziel, Hedlund in freie Räume zu schicken, schlugen die Verteidiger sie jetzt in die letzte Linie, die zwar von Unionern voll-gestellt war (sowohl Daube als auch die Außenverteidiger rückten oft so weit vor), in der es aber nirgends lokale Überzahl gab um zweite Bälle zu gewinnen, und der jegliche vertikale Streckung fehlte. So wurden Ballverluste und Fürther Konter häufiger - einer davon, suboptimal verteidigt, führte zum 2-1. Union kam zwar noch zu weiteren Großchancen, kontrollierte das Spiel aber nicht mehr.

Szene des Spiels

Die Chance von Dennis Daube am Ende der ersten Halbzeit, heraus gespielt ab 43:56. Das war einer von Unions besten Angriffen aus dem Spiel heraus, und damit so etwas wie ein Gegenbeispiel für einiges von dem, was ich eingangs sagte. Die so oft fehlende Bindung des Union Aufbaus an die zentralen vorderen Mannschaftsteile wurde aber auch hier nicht über das Mittelfeld hergestellt, sondern in dem Marvin Friedrich bis in Fürths Hälfte dribbelte, und Philipp Hosiner ihm aus dem Sturm entgegenkam (eine Bewegung, die er und Hedlund oft zeigten). Mit etwas Glück wird der Ball auf Kroos abgelegt, der einen sehr schönen Heber-Pass auf Daube spielt - dessen eigener Chip landet aber neben dem Tor.

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vgwort

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