Welche Lücke hinterlässt Damir Kreilach

Gestern wurde bekannt, dass Damir Kreilach Union nach 4½ Jahren in Richtung Salt Lake City verlässt und nun für ein Franchise spielt, bei dem nicht ganz klar ist, nach welcher Königlichkeit es benannt sein soll. Das ist aus vielen Gründen schade, lenkt aber auch den Blick auf die Entscheidungen, die im Moment über Unions Kader in der nächsten Saison getroffen werden.

Warum genau Kreilach wechseln wollte oder sollte und von wem dabei die Initiative ausging - ihm oder dem Verein - ist für diese Überlegungen insgesamt nicht entscheidend. Denn was aus dem Saisonverlauf bisher und dem Transfer sicher folgt, ist dass Kreilach keine prominente Rolle in Unions sportlichen Plänen mehr eingenommen hat. Wie sehen diese Pläne aber insgesamt aus?

Jeder Entscheidung über die Zusammenstellung der Mannschaft in taktischer Hinsicht muss vorausgehen, sich über die Ziele für die Mannschaft und die Saison klar zu werden. Wenn man nicht überzeugt ist, für die Saison 2018/19 eine Mannschaft zusammen zu stellen, die gut genug für den Aufstieg ist, macht es mehr Sinn, den Umbruch mit einem Fokus auf Entwicklung einzuleiten, Spieler und das Team in der nächsten Saison besser zu machen und in den kommenden Jahren wieder Ambitionen geltend machen zu können.

Das Problem mit einem solchen Konzept ist, dass Union in der zweiten Bundesliga und nicht einer amerikanischen Franchise-Liga spielt. Anders als dort kann man nämlich a) in der Zwischenzeit absteigen, und wird b) nicht mit Vorteilen im Transfermarkt für schwächeres Abschneiden kompensiert. Gerade die laufende Saison zeigt, wie eng die Leistungsdichte in der Liga vor allem zwischen Platz 5 und 15 ist.

Wer noch geht und kommt

Die Verträge von Stephan Fürstner und Dennis Daube laufen aus. Beide haben in dieser Saison wenig gespielt (Fürstner 429, Daube 234 Minuten) und sind, wenn gleich nicht unbedingt im 'Herbst der Karriere,' mit 30 respektive 28 Jahren keine Talente oder Optionen für die Zukunft mehr. Man kann also davon ausgehen, dass beide Köpenick verlassen werden.

Zusammen mit Kreilach verliert Union also die Kadertiefe in diesem Mannschaftsteil verliert, aber niemanden aus der Erstbesetzung wenigstens eines Dreiermittelfeldes.

Auf der Seite der Zugänge steht bereits fest, dass Eroll Zejnullahu zumindest ersteinmal aus Sandhausen zurückkehren wird. Außerdem wird Cihan Kahraman, der bereits im Kader steht, aber keine Rolle spielt, ein Jahr älter. Aus den Jugendmannschaften könnten Berk Inaler, Anton Kanther und Maurice Opfermann Kandidaten sein, Anschluss an den Profikader zu knüpfen.

Ohne weitere Zugänge ergibt sich für die nächste Saison also diese personellen Alternativen im defensiven, zentralen und offensiven Mittelfeld:

Position
  1. Wahl
Alternative 1 2 3 4 5
6 Prömel Kroos Dietz Zejnullahu ((Inaler)) ((Kanther))
8 Kroos Hartel Zejnullahu (Hedlund) Prömel Kahraman
10 Hartel (Skrzybski) Zejnullahu Gogia (Hedlund) Taz

Von Skrzybski und Hedlund lässt sich noch nicht sagen, ob sie dann noch bei Union sein werden.

Mit Daube und Kreilach fehlt in dieser Gruppe ein Spielertyp: körperlich relativ starke, offensiv orientierte Strafraum-zu-Strafraum Spieler. Den beiden (die innerhalb dieses Rahmens unterschiedliche Stärken haben) am nächsten kommt Grischa Prömel. Der ist aber deutlicher auf die defensive ausgerichtet und auch in seinem Spiel mit dem Ball weniger dynamisch und hat seine besten Momente, wenn er das Aufbauspiel ausbalanciert, nicht vorantreibt.

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vgwort

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